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Frauenpower für die Technik: proTechnicale erhält den Soroptimist Deutschland Preis 2017

Gewinner des diesjährigen, in Höhe von 20.000 € dotierten Soroptimist Deutschland Preises ist proTechnicale! Unter Anwesenheit von Staatssekretär Jo Dreiseitel – abgesandt als Vertreter für den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, Schirmherr der Preisverleihung – und Renate Matthei, Geschäftsführerin des Furore Verlags und Preisträgerin des Soroptimist Deutschland Preises 2015, wurde die Auszeichnung am 8. März im Frankfurter Grandhotel Hessischer Hof an Projektkoordinatorin Dr. Tanja Zeeb überreicht.

Der Soroptimist Deutschland Preis zeichnet alle 2 Jahre Verdienste um die Verbesserung der Stellung der Frau in der Gesellschaft aus. „proTechnicale ist ein Projekt, das Horizonte öffnet und erweitert“, begründet Soroptimist International Deutschland Präsidentin Barbara Kohl die Entscheidung. „Junge Frauen werden für technische und naturwissenschaftliche Studiengänge und Berufe begeistert und haben die Möglichkeit, ein Netzwerk in Industrie und Universität aufzubauen und die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln.“ Das Preisgeld soll sowohl für ein Vollstipendium als auch zur Finanzierung persönlichkeitsbildender Workshops wie Philosophie, Rhetorik und Improvisationstheaterverwendet werden.

Der exklusive Zuschnitt des Programms auf weibliche Teilnehmer sowie die enge Verknüpfung von studienvorbereitenden Fachseminaren mit Philosophie und Persönlichkeitsentwicklung sind die Alleinstellungsmerkmale von proTechnicale, mit dem es sich von anderen studienvorbereitenden Konzepten abhebt. „Unser Ziel ist es, weibliche Fach- undFührungskräfte heranzubilden, die nicht nur über exzellentes technisches Fachwissen, sondern auch über Verantwortungsbewusstsein, Weitblick und Entscheidungskompetenz verfügen“, so Dr. Tanja Zeeb, die als promovierte Philosophin selbst aktiv als Dozentin bei proTechnicale mitwirkt. „Denn diese Soft Skills tragen maßgeblich dazu bei, dass Unternehmen der Technikbranche zukunftsfähig bleiben.“

Jedes Jahr im August wagen sich bis zu 20 neue „Raketenmädchen“ an das Abenteuer aus Technik, Naturwissenschaften und Philosophie heran. „proTechnicale ist eine gemeinnützige Initiative, um die in technischen Berufen und Studiengänge noch immer stark unterrepräsentierten Frauen für die Branche zu begeistern und ihnen das Rüstzeug mit auf den Weg zu geben, damit sie selbstbewusst ihren Weg gehen und auf der Karriereleiter bis ganz nach oben gelangen“, erklärt Dr. Jörg Merlein, Geschäftsführer von proTechnicale, die Ziele des Projekts. „Da wir uns zu einem Drittel aus Spenden finanzieren, freuen wir uns sehr über das Preisgeld und sind sicher, es im angedachten Sinne einsetzen zu können.“

Der Kontakt des ehrgeizigen Hamburger Bildungsprojekts zu Soroptimist International besteht bereits seit dem Jahr 2014. Die weltweit rund 80.000 Mitglieder starke Service-Organisation für berufstätige Frauen setzt sich im lokalen, nationalen und internationalen Umfeld für die Menschenrechte, Bildung für Mädchen und Frauen, Frieden, internationale Verständigung und verantwortliches Handeln ein (www.soroptimist.de).

proTechnicale hat gleich zwei gute Gründe zu feiern

Manfred Kennel, ehemaliger Geschäftsführer von Diehl Aerospace und Initiator von proTechnicale, erhielt im Rahmen des Hamburg Aviation Forums am 13.10.2016 die A380-Medaille. Und tags darauf feierte das Projekt sein 5jähriges Jubiläum.

In seiner Dankesrede beschrieb Manfred Kennel noch einmal den Moment, als er den Brief von Senator Horch in Händen hielt, der ihm eröffnete, der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg verleihe ihm die A380-Medaille: „Ich war einfach sprachlos.“

Die Medaille wird an Menschen vergeben, die sich in besonderer Weise um den Luftfahrtstandort Hamburg verdient gemacht haben. Manfred Kennel hatte schon in seiner Zeit bei Diehl Aerospace viele Projekte im Umfeld des A380 umgesetzt. Von 2002 bis 2009 war er dort als Geschäftsführer tätig. In dieser Zeit wurden unter anderem Systeme zur Türüberwachung, das Hochauftriebssystem und verschiedene weitere wichtige Avioniksysteme entwickelt. Heute ist Manfred Kennel als Geschäftsführer und Gesellschafter der f.u.n.k.e. MITTELSTANDS GmbH der Luftfahrt weiterhin eng verbunden. Auch die Gewinnung von taltentierten Nachwuchskräften für die Luftfahrt ist ein Thema, das Manfred Kennel mit viel Energie angeht: So initiierte er proTechnicale, das in Hamburg umgesetzt wird und jetzt sein 5jähriges Jubiläum feiert.

Zur großen Jubiläumsveranstaltung am 14.10.2016 hatten sich über 100 Gäste im ZAL TechCenter eingefunden – unter ihnen Unterstützer und Wegbegleiter aus Industrie, Wissenschaft und aus der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Stadt Hamburg –, um gemeinsam mit dem Projektteam und natürlich mit ehemaligen und aktuellen Teilnehmerinnen ausgelassen zu feiern. Inzwischen hat das Programm 67 Absolventinnen, von denen sich über 90% für ein technisches Studium entschieden haben. Viele von ihnen waren aus ganz Deutschland angereist, um den Abend mit zu gestalten, und entsprechend war die Wiedersehensfreude riesengroß. Inga Meyenborg, eine Teilnehmerin aus dem zweiten Jahrgang, brachte ihre Erfahrung so auf den Punkt: „Wenn ich an proTechnicale denke, fallen mir vor allem zuerst die Menschen ein, die ich dadurch kennen gelernt habe. Also die unterschiedlichen Dozenten, von denen wir lernen durften, die uns zum Nachdenken und zum Weiterdenken animiert haben. Dafür bin ich dankbar – und auch für die ganzen tollen Freundschaften, die ich durch proTechnicale schließen durfte.“

proTechnicale -Jahrgang 6, ready for take off!

Eine gewisse freudige Aufregung war deutlich zu spüren, als sich am 29. Juli dreizehn junge Frauen, begleitet von Familie und Freunden, im Auditorium des ZAL TechCenters einfanden. Es war das erste Aufeinandertreffen der aktuellen Gruppe, die in den kommenden 11 Monaten wieder ein spannendes Programm erwartet - mit vielfältigen Praxiserlebnissen in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen, einigen mathematisch-physikalischen Herausforderungen und philosophischen Workshops, die zum Weiterdenken anregen.

"Es ist der erste Jahrgang in unserer neuen Homebase, dem ZAL TechCenter, also etwas ganz Besonderes und auch ein kleiner Neuanfang für uns," strahlt Jörg Merlein, Geschäftsführer von proTechnicale. "Die Atmosphäre hier ist sehr offen, man hat viele Gelegenheiten, mit den hier Arbeitenden ins Gespräch zu kommen. So erfährt man, manchmal ganz nebenbei, was die neuen Ansätze sind, die in der Luftfahrtforschung aktuell diskutiert werden. Mittendrin zu sein, mitzuerleben, wie Innovation entsteht, das ist eine einzigartige Gelegenheit für unsere Teilnehmerinnen!"

Und 'mittendrin' sind die Teilnehmerinnen von proTechnicale von Anfang an. Ob beim wöchentlichen Summer Barbecue auf der Terrasse am Steendiekkanal, bei der Feier zur Eröffnung des Kreativraums oder beim Mieteraustausch, bei dem die im ZAL Beschäftigten ihre Firmen und die im Hause angesiedelten Projekte gegenseitig vorstellen, die Gruppe junger Frauen fällt sofort auf und der Gesprächseinstieg mit berufserfahrenen IngenieurInnen und ForscherInnen somit nicht schwer.

Und was den Einstieg an sich angeht: Es hat fast schon Tradition, dass die Teilnehmerinnen bei proTechnicale gleich mit dem berühmten 'Sprung ins kalte Wasser' konfrontiert werden - und direkt mit dem vierwöchigen Praktikum beim Großkonzern Airbus starten. Die Teilnehmerinnen wurden auch in diesem Jahr auf verschiedene Ingenieursabteilungen verteilt, die sich wieder richtig ins Zeug gelegt hatten, um den jungen Frauen spannende Einblicke in ihren Arbeitsalltag zu vermitteln. Sanna aus Frankfurt ist immer noch ganz begeistert: "Mich hat bei Airbus besonders fasziniert, zu sehen aus wie vielen einzelnen Prozessen die Produktion eines Flugzeuges besteht und wie viele Personen einen Teil dazu beitragen, dass die Maschine am Ende abhebt. Außerdem fand ich es sehr spannend einmal einen Blick 'hinter die Kulissen' zu werfen. Zu sehen wie viele Systeme und welche Struktur sich hinter der Kabinenverkleidung befinden, hat mich beeindruckt."

Gesa aus Lüneburg nickt zustimmend und blickt bereits nach vorn: "Für die kommenden Monate hoffe ich auf ein spannendes, forderndes und interessantes Programm, das mich in den unterschiedlichsten Bereichen sowohl fachlich als auch persönlich weiterbildet. Ich freue mich darauf andere Städte, neue Freunde, verschiedene Universitäten und Fachbereiche kennen zu lernen und viel Neues im Bereich Technik, Wissenschaft und Entwicklung zu erfahren."

Wanted: Weiblich, jung, technikbegeistert!

Du findest Flugzeuge faszinierend, wolltest schon immer wissen, wie eine Solarzelle genau funktioniert und fragst dich, wie frau als Ingenieurin die Welt zumindest ein klein wenig verbessern kann? Dann sollte Pro Technicale, das elfmonatige Studienorientierungs- und -vorbereitungsjahr für technisch-naturwissenschaftlich interessierte Abiturientinnen, genau das Richtige für dich sein! Ab sofort bis 30. April 2016 werden Bewerbungen für den im August beginnenden sechsten Jahrgang entgegengenommen.

Kreative und spannende Aufgaben, beste Karriereperspektiven und hohe Einstiegsgehälter: Als Ingenieur hat man es bekanntlich nicht schwer. Doch obwohl sie häufig bessere Mathe- und Physiknoten als ihre männlichen Mitschüler haben, sind viele junge Frauen unsicher, ob sie sich ein entsprechendes Studium und den Berufsalltag in einer männerdominierten Branche zutrauen.

Pro Technicale vermittelt neben fachlich-theoretischen Grundlagen für das ingenieurwissenschaftliche Studium praktische Einblicke in die internationale Industrie und Forschung, schult gefragte Soft Skills und bietet individuelles Mentoring. „Unser Ziel ist es, den jungen Frauen Sicherheit bei der Entscheidung für das passende Studium zu geben“, so Dr. Jörg Merlein, Geschäftsführer von Pro Technicale. „Mit einer fundierten Vorbereitung in relevanten Fächern wie Mathematik, Physik oder Strömungslehre hilft unser Programm dabei, die Herausforderungen insbesondere der ersten Semester erfolgreich zu meistern. Auf diese Weise leisten wir einen Beitrag, die hohe Abbrecher-Quote in den Ingenieurwissenschaften zu reduzieren.“ Da während der elf Monate bereits Credit Points gesammelt werden können, lässt sich das spätere Studium zudem freier gestalten.

Die wesentlichen Programmpunkte auf einen Blick:

  • Mehrwöchige Orientierungsphasen an Hochschulen in Hamburg, Stuttgart und Freiburg
  • Mindestens zwei Praktika im In- und Ausland bei namhaften Unternehmen
  • Vermittlung studienrelevanter Kenntnisse in Mathematik und Physik mit Bezug zur Praxis, z.B. Konzeption einer Solaranlage oder Bau eines Flugzeugmodells
  • ein Kurs in technischem Englisch
  • Philosophie und persönlichkeitsbildende Workshops wie Improvisationstheater, Konfliktmanagement oder Berufs-Knigge
  • Kontakte zu IngenieurInnen und WissenschaftlerInnen internationaler Unternehmen und Hochschulen einschließlich persönlichem Mentoring

Für die Dauer des Programms leben die „Raketenmädchen“ auf dem Campus in Hamburg-Neuenfelde in 2er- bis 6er-WGs zusammen. So erleben sie echtes Studenten-Feeling unter Gleichgesinnten und können Freundschaften fürs Leben schließen.

Seit 2015 nimmt Pro Technicale übrigens auch technikbegeisterte Abiturientinnen aus dem europäischen Ausland auf. Voraussetzung dafür sind Deutschkenntnisse auf der Niveaustufe A2 (abgeschlossen).

Pro Technicale ist ein gemeinnütziges Projekt, das von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation Hamburg (BWVI), dem Luftfahrtcluster Hamburg Aviation sowie Partnern aus Wirtschaft und Bildung unterstützt und gefördert wird. Die Teilnehmerinnen profitieren daher von Voll- und Teilstipendien, die das kostenpflichtige Programm auch für weniger einkommensstarke Familien zugänglich macht. Für auswärtige Teilnehmerinnen besteht außerdem die Möglichkeit, Schüler-Bafög zu beantragen.

proTechnicale goes international

Erstes „Raketenmädchen“ aus Portugal an Bord

Am 1. August startete der inzwischen fünfte Jahrgang des technisch-naturwissenschaftlichen Orientierungs- und Qualifizierungsjahres für junge Frauen. Seit der Gründung 2011 hat sich viel getan: Neben der Erweiterung um zahlreiche Seminare, Workshops und Events strebt Pro Technicale – nicht zuletzt aufgrund der wachsenden Nachfrage auch aus dem Ausland – eine kontinuierliche Internationalisierung an. Nun ist erstmals eine Teilnehmerin aus Portugal dabei.

Mit insgesamt elf Teilnehmerinnen begann Pro Technicale im Sommer 2011. Inzwischen ist die Gruppengröße auf 15 junge Frauen angewachsen. In diesem Jahrgang ist zudem zum ersten Mal eine Teilnehmerin aus dem nicht deutschsprachigen europäischen Ausland vertreten. „Die junge Dame wurde im Zuge unserer Zusammenarbeit mit einer Schule in Portugal auf uns aufmerksam“, so Geschäftsführer Dr. Jörg Merlein. „Aufgrund ihres Engagements, ihrer hervorragenden schulischen Leistungen und ihrer guten Deutschkenntnisse haben wir uns entschieden, ihre eine Zusage für Pro Technicale zu erteilen.“

Portugal ist für Pro Technicale allerdings nur ein erster Schritt: „Unser Ziel ist es, noch mehr technikbegeisterte Abiturientinnen aus Europa zu erreichen und dabei dem qualifizierten Nachwuchs die Chancen am Wirtschaftsstandort Deutschland aufzuzeigen“, so Dr. Merlein.

Um die ehrgeizigen Bestrebungen voranzutreiben, wurde Ende Juni dieses Jahres ein Beirat gegründet, der Pro Technicale in strategischen, rechtlichen und finanziellen Fragestellungen zur Seite stehen soll. Er besteht aus Experten aus Wissenschaft, Unternehmen und der Stadt Hamburg. Auch Gründer und Unterstützer Manfred Kennel zählt in diesen Kreis. Vorsitzender ist Rechtsanwalt Bernd Wittemöller.

proTechnicale verabschiedet vierten Jahrgang

14 junge Frauen haben auch in diesem Jahr wieder erfolgreich das technisch-naturwissenschaftliche Orientierungs- und Qualifizierungsjahr Pro Technicale absolviert. Nach elf Monaten mit Phasen an verschiedenen Hochschulen, Seminaren in Mathematik, Physik und Technischem Englisch, persönlichkeitsbildenden Workshops und Philosophie sowie Praktika in In- und Ausland sind die „Raketenmädchen“ nun startklar für ein Studium der Ingenieurwissenschaften. Für Pro Technicale war der vierte Jahrgang ein besonderer: Aufgrund von G8 waren erstmals auch Abiturientinnen im Alter von 16 und 17 Jahren vertreten. „Bis dato waren unsere Teilnehmerinnen immer volljährig“, so Geschäftsführer Dr. Jörg Merlein. „Dennoch sind wir beeindruckt, wie positiv sich alle entwickelt haben. Die meisten von ihnen werden ein ingenieurwissenschaftliches Studium ohne große Schwierigkeiten bewältigen.“ Am 27. Juni fand die Abschlussfeier in Hamburg-Neuenfelde in der Nähe des Wohn-Campus statt. Neben den Eltern der Teilnehmerinnen sowie Partnern aus Wirtschaft und Bildung zählte auch Gründer und Unterstützer Manfred Kennel zu den Gästen. Zunächst gab es einen Rückblick über das Jahr unter Erwähnung wichtiger Ereignisse wie Spenden und Sponsorings durch Unternehmenspartner, Model United Nations (MUN) oder die Exkursionen nach Stuttgart und Freiburg. Dann wurde die beste Projektarbeit „Entwicklung einer Nachrüstung zur Beheizung eines Anemometers“ vorgetragen und ausgezeichnet. Anschließend ging es an die Übergabe der Zeugnisse. Ein besonderes Highlight war die Aufführung eines Musicals, das die Teilnehmerinnen in Eigenregie entwarfen, organisierten und auf die Bühne brachten. Am reichhaltigen Buffet und mit Sekt fand der Abend schließlich einen entspannten Ausklang.