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Die MINT-Lücke – und wie Frauen sie schließen können

+++ Bildungsprojekt proTechnicale fördert und fordert gezielt junge Frauen im MINT-Bereich +++ neben Mathe und Physik steht Persönlichkeit auf der Agenda +++ Ziel: Anteil weiblicher MINT-Studentinnen und -Arbeitnehmerinnen zu erhöhen +++  Hamburg, Juni 2018. Wenn Claire Leroy morgens das Zentrum für angewandte Raumfahrt-technologie und Mikrogravitation, kurz ZARM, in Bremen betrat, freute sie sich jedes Mal. „Jeder Tag dort war spannend und sicher war keiner wie der andere“, erinnert sich die 19-Jährige gerne zurück. Im Rahmen ihres Inlandspraktikums beim Bildungsprojekt proTechnicale schnupperte sie am ZARM fünf Wochen lang Unternehmensluft. Sie hat sowohl bei Zentrifugentests, der Magnetometerproduktion und bei den Vakuum-Thermal-Kammern mitgearbeitet. Sogar ihre bei proTechnicale erworbenen CAD-Kenntnisse konnte Claire aktiv einbringen, indem sie etwa Grundplatten konstruierte. Wertvolle Erfahrungen, die ihr in Kombination mit den proTechnicale-Workshops helfen sollen, das für sie passende Studium und dann den richtigen Job zu wählen. Heute würde sie in einem MINT-Beruf auf nur wenige Kolleginnen treffen. Frauen sind laut einer Studie der Bundesagentur für Arbeit von 2016 mit einem Anteil von 15 Prozent in diesem Bereich nach wie vor unterrepräsentiert. Die Zukunft ist MINT Dass es im Bereich MINT weitergehen soll, steht für Claire fest. „Natürlich ist es schade, dass sich eher wenige Frauen für MINT-Fächer begeistern“, meint sie nachdenklich. Sie selbst habe aber in ihren Praktika nur positive Erfahrungen gemacht und sei als Frau genauso behandelt worden wie ihre männlichen Kollegen. Eine aktuelle Studie von PricewaterhouseCoopers (PWC) zeigt, dass sich die zögerliche Haltung insbesondere junger Frauen zu MINT vor allem auf einen Mangel weibliche Vorbilder zurückführen lässt. Befragt wurden mehr als 2.000 Schüler*innen und Studierende an deutschen (Hoch-)Schulen. Claire Leroy sagt, sie sei durch ihr breit gefächertes Interesse bei MINT gelandet. Vorbilder spielten ihrer Meinung nach aber eine wesentliche Rolle. Wie wichtig Aufklärung und Rolemodels sind, zeigt ebenfalls die PWC-Studie. So gaben 61 Prozent der Befragten an, sie wünschten sich mehr Beratung und Information zu MINT-Berufen. Freiwilliges technisches Jahr An diesem Punkt setzt proTechnicale an, eine Art freiwilliges technisches Jahr. Das Programm richtet sich an junge Frauen mit Abitur und bietet ihnen Orientierung in Sachen Studien- und Berufswahl. „In der Regel haben unsere Bewerberinnen bereits ein Interesse an MINT-Themen in der Schule entwickelt. Sei es durch Lehrer*innen, Eltern oder andere Vorbilder“, gibt proTechnicale Geschäftsführer Dr. Jörg Merlein zu. Doch allen bisherigen Teilnehmerinnen fehlte etwas, um sich direkt nach dem Schulabschluss auf ein Studienfach festzulegen. Nach den elf Monaten, so berichtet Dr. Merlein, hätten sich fast alle Teilnehmerinnen für ein MINT-Studium entschieden. Aber eben nicht alle. „Wir tragen definitiv dazu bei, die Quote der Studienabbrecherinnen zu reduzieren“, erklärt der Geschäftsführer. Theorie – Praxis – Persönlichkeit Was das in Deutschland einmalige Bildungsprojekt auszeichnet, ist die Kombination aus Theorie, Praxis und Persönlichkeitsbildung. „Es ist wichtig den jungen Frauen fachliche Kompetenzen zu vermitteln und gleichzeitig ihr Selbstvertrauen zu stärken“, erläutert Dr. Tanja Zeeb, Projektkoordinatorin von proTechnicale. Dazu zählen etwa Konfliktmanagement, Vocal Coaching oder Theaterworkshops. Um den Teilnehmerinnen eine konkrete Vorstellung von MINT-Berufen zu geben, veranstaltet proTechnicale regelmäßig Kaminabende. In lockerer Atmosphäre erzählen dann Frauen mit MINT-Background aus ihrem beruflichen Alltag, von Herausforderungen, Rückschlägen und Erfolgen. Claire Leroy weiß nach den Erfahrungen der vergangenen Monate sicher, dass sie ein naturwissenschaftliches Studium beginnen möchte. Bei proTechnicale erkannte sie, „dass ich – zusätzlich zu den Fähigkeiten eines Ingenieurs Probleme zu lösen - noch viele offene Fragen habe. In den Naturwissenschaften hoffe ich, Antworten zu finden.“ Doch zunächst heißt es Ende Juni Abschied und dann mit gestärkter Persönlichkeit die eigene Zukunft in die Hand nehmen. Informationen unter www.protechnicale.de  Pressekontakt proTechnicale  Wiebke Pomplun Email:                   wiebke.pomplun@sophiat.de Telefon:              040 – 797 55 919